DAS
GESCHÄFTS­JAHR 2025
Auszug aus dem Konzernlagebericht
und dem Konzernabschluss
AUSZUG AUS DEM
KONZERNLAGE­BERICHT

Rahmenbedingungen

Zu Beginn des Jahres 2025 wurden zentrale Energiegesetzgebungen für die weitere Umsetzung der Energie- und Wärmewende verabschiedet. Dazu gehörten u. a. Maßnahmen zur Dämpfung von PV-Einspeisespitzen (kleine Energierechts- Novelle) und zur Neuausrichtung des Smart-Meter-Rollouts sowie die Verlängerung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG).

Nach der Bundestagswahl am 23. Februar wurden von der neuen Bundesregierung als Koalition zwischen CDU/CSU und SPD im Jahresverlauf wichtige Gesetzesinitiativen für die Energiebranche, insbesondere mit der Schaffung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität in Höhe von 500 Mrd. Euro auf den Weg gebracht.

Anders als im Koalitionsvertrag vereinbart, war nur noch die Verstetigung der Senkung der Stromsteuer für das produzierende Gewerbe sowie land- und forstwirtschaftliche Betriebe vorgesehen. Anfang Juli wurde der Referentenentwurf zur Umsetzung der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) für On- und Offshore-Wind sowie Netze mit der richtigen Zielstellung vorgelegt: Doppelte Umweltprüfungen werden vermieden, Anforderungen und Verfahren für den erforderlichen Netzausbau wurden verschlankt. Ende Juli wurde das NIS-2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgsetz (NIS2UmsuCG) verabschiedet. Dies war ein wichtiger Schritt für die Stärkung der Cybersicherheit, da es u. a. erlaubt, sicherheitspolitisch riskante Hersteller gezielt auszuschließen. Zeitgleich wurden auch die finalen Festlegungen zum NESTProzess verabschiedet. Die deutschen Netzbetreiber waren hier gefragt, einen der größten Strukturwandel in der Energiewirtschaft zu stemmen. Dabei spielte die Weiterentwicklung der Anreizregulierung durch die Bundesnetzagentur eine zentrale Rolle.

Im Herbst 2025 wurde die angekündigte Bestandsaufnahme der neuen Bundesregierung, der Monitoringbericht zum Stand der Energiewende veröffentlicht. Der Ausbau der Erneuerbaren soll zukünftig mehr mit den Netzen in Einklang gebracht werden. Der Zubau von Gaskraftwerken, die auf Wasserstoff umgestellt werden können, die Ausgestaltung eines technologieoffenen Kapazitätsmarkts bis 2027 sowie den Hochlauf unterstützender Regulierung für Wasserstoff waren Kernpunkte.

Anfang September hatte das Bundeskabinett den Regierungsentwurf des Gesetzes zur Umsetzung der CER-Richtlinie und zur Stärkung der Resilienz kritischer Anlagen (KRITIS-Dachgesetz) beschlossen. Im Oktober folgte der Beschluss des Bundeskabinetts zum Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz (WasserstoffBG), mit dem Ziel, Genehmigungsverfahren für Wasserstoff- Infrastrukturen und -anlagen deutlich zu verkürzen.

Im Jahr 2025 betrug die Brutto-Stromerzeugung nach vorläufigen Angaben der AG Energiebilanzen e.V. 509,3 TWh, was einem Anstieg von 8,2 TWh im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Anteil der erneuerbaren Energieträger lag bei 57,3 %.

Der Stromverbrauch (Netzlast) lag im Berichtsjahr bei 465,9 TWh und damit geringfügig über dem Vorjahreswert (465,6 TWh). Die Residuallast, definiert als Netzlast abzüglich Einspeisung aus Wind- und Photovoltaikanlagen, verringerte sich deutlicher um 1,9 % auf 259,2 TWh. Dies dokumentiert eine gestiegene Deckung der Nachfrage durch Wind- und Solarenergie. Eigenverbräuche privater Photovoltaikanlagen sind in den Einspeisewerten nicht enthalten.

Die durchschnittlichen Day-Ahead-Großhandelspreise stiegen im Marktgebiet Deutschland/Luxemburg auf 89,32 Euro/ MWh (+13,8 %). Die Preisvolatilität nahm im Vergleich zum Vorjahr zu: Es traten mehr Stunden mit Preisen über 100 Euro/ MWh auf, zugleich stieg die Anzahl negativer Preisstunden auf 573; das Minimum lag bei –250,32 Euro/MWh.

Die durchschnittlichen Haushaltsstrompreise sind 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Innerhalb des Jahres stiegen sie von 39,4 ct/kWh in Q1 2025 auf 39,7 ct/kWh in Q3 2025 an und fielen dann auf 39,3 ct/kWh im vierten Quartal. Hauptgründe hierfür waren wie im letzten Jahr auch geringere Kosten für Beschaffung und Vertrieb.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur lag der Erdgasverbrauch in Deutschland im Jahr 2025 bei insgesamt 864 TWh und damit 2,2 % über dem Vorjahresniveau von 845 TWh. 40 % des Verbrauchs entfielen auf Haushalts- und Gewerbekunden, 60 % auf die Industrie. Trotz des leichten Anstiegs gegenüber 2024 blieb der Gasverbrauch deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021: Insgesamt wurden rund 11,9 % weniger Gas eingesetzt, wobei Haushalte und Gewerbe ihren Verbrauch um 12,8 % und die Industrie um 11,3 % reduzierten. Die durchschnittliche Jahrestemperatur lag 2025 mit 10,0 °C auf dem Niveau der Vergleichsjahre, sodass die Einsparungen im Wesentlichen auf Effizienzsteigerungen und ein verändertes Verbrauchsverhalten zurückzuführen sind.

Die Gasterminmarktpreise zeigten 2025 einen fallenden Verlauf und erreichten im ersten Quartal 2025 schon den Jahreshöchststand. Das Cal26 an der THE erreichte Mitte Q1 2025 Preise von über 40 Euro/MWh und fiel seitdem kontinuierlich auf ein Preisniveau im Dezember von unter 30 Euro/MWh.

Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2025 stellte sich der ENTEGA-Konzern erneut einem anspruchsvollen Umfeld. Die deutsche Wirtschaft wuchs preisbereinigt nur leicht und hohe regulatorische Anforderungen sowie geopolitische Unsicherheiten mussten berücksichtigt werden. Die Energiemärkte waren entsprechend weiterhin von hoher Volatilität gekennzeichnet.

Vor diesem Hintergrund hat der ENTEGA-Konzern seine strategische Ausrichtung in den Geschäftsfeldern Vertrieb und Handel zur Weiterentwicklung vom klassischen Versorger hin zum integrierten Energie-, Lösungs- und Telekommunikationsanbieter fortgesetzt. Nach der Einführung dynamischer Stromtarife gehört hierzu auch der Aufbau von Kompetenzen zur Vermarktung energiewirtschaftlicher Flexibilitäten. Parallel wurden auch regulatorische Vorgaben wie der 24-Stunden- Lieferantenwechsel erfolgreich umgesetzt und es wurde eine Unterstützung durch künstliche Intelligenz im Kundenservice und im Zählerwesen implementiert. Das weitere Wachstum im Bereich der Telekommunikation wurde durch ein fortgesetzt hohes Niveau bei Investitionen im Glasfaserausbau in diversen Ausbaugebieten sichergestellt. Begleitend entwickelte der Konzern auch seine eigenen IT-Systeme weiter, hier ist die erfolgreiche Transition der SAP-Systeme auf S/4HANA hervorzuheben.

Auch im Geschäftsfeld Netze standen neue regulatorische Vorgaben zur Umsetzung an, insbesondere die Vorbereitung auf die nächste Regulierungsperiode. Hinzu kommt der weitere Ausbau und die Transformation der Verteilnetze, in dessen Rahmen der ENTEGA-Konzern auch im Jahr 2025 erhebliche Investitionen im Konzessionsgebiet leistete.

In der regenerativen Erzeugung wurde die Projektierung weiterer Wind-Onshore- und PV-Projekte vorangetrieben, ergänzend wurden Batteriespeicherprojekte weiterentwickelt und die Planung einer Elektrolyseanlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff bis zur Vergabe des Errichtungsauftrags gebracht. Zum Ende des Berichtsjahres hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt ihre kommunale Wärmeplanung, die eine hohe Übereinstimmung zur Wärmestrategie der ENTEGA aufweist, finalisiert. Parallel dazu wurde der Umbau des MHKW Darmstadt fortgeführt und der Bau des MHKW Wiesbaden in die Inbetriebnahmephase überführt.

Die Leistungsfähigkeit des ENTEGA-Konzerns zeigt sich auch in der Entwicklung der zentralen finanziellen Leistungsindikatoren. Hierbei handelt es sich um die Kennzahlen EBIT (Jahresüberschuss vor Steuern sowie Zinserträgen und -aufwendungen) und Konzerngewinn.

Das EBIT erhöhte sich auf 121,7 Mio. Euro und übertrifft damit den Planwert um 6,4 Mio. Euro, der Konzerngewinn beläuft sich auf 46,4 Mio. Euro und fällt damit um 2,8 Mio. Euro höher als geplant aus.

Die deutschen Stromnetzbetreiber übermitteln der BNetzA gemäß § 52 EnWG jährlich einen Bericht über die in ihrem Netz aufgetretenen Versorgungsunterbrechungen. Die BNetzA ermittelt aus diesen Meldungen den sogenannten SAIDIWert (System Average Interruption Duration Index), der die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung je angeschlossenen Letztverbraucher eines Kalenderjahres widerspiegelt. In Deutschland lag die durchschnittliche Unterbrechungsdauer im Jahr 2024 bei 11,67 Minuten (2023: 12,80 Minuten), im Netzgebiet der e-netz belief sich dieser Wert im Jahr 2024 auf 4,69 Minuten (2023: 8,91 Minuten). Die Verbesserung der Unterbrechungsdauer im Vergleich zum Vorjahr ist maßgeblich veranlasst durch zwei Rückwirkungsstörungen aus dem Hochspannungsnetz des vorgelagerten Netzbetreibers im Jahr 2023. Betroffen hiervon waren 2023 mehrere Teilnetze im nördlichen Netzgebiet. Der Beitrag dieser beiden Ereignisse lag bei 4,40 Minuten.

Analyse der Lage des Konzerns

Auch im Jahr 2025 konnte der ENTEGA-Konzern vor dem Hintergrund einer weiterhin anspruchsvollen Entwicklung der Rahmenbedingungen seine Ertragskraft sichern und weiter ausbauen. Dies zeigt sich auch in den abgesetzten Mengen, die aus Sicht des Konzerns maßgebliche nichtfinanzielle Leistungsindikatoren darstellen.

2025
GWh
2024
GWh
Differenz
GWh
Differenz
%
Absatz Strom 8.354,7 6.345,7 +2.009,0 +31,66
Absatz Gas 5.060,2 5.177,7 –117,5 –2,3
Handelsmengen Strom 5.629,9 6.513,8 –883,9 –13,6
Handelsmengen Gas 1.316,7 677,2 +639,5 +94,4
Durchgeleitete Mengen Strom 3.027,5 3.055,8 –28,3 –0,9
Durchgeleitete Mengen Gas 5.954,1 5.857,9 +96,2 +1,6
Erzeugt Menge Strom1 427,4 451,5 –24,1 –5,3
Absatz Wärme 251,3 256,5 –5,2 –2,0
1 Beinhaltet die onshore erzeugte Menge inkl. 100 % der Menge aus assoziierten Unternehmen.

Der ENTEGA-Konzern generierte im Geschäftsjahr 2025 eine Gesamtleistung (Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen) von 3.121,0 Mio. Euro, die sich wie folgt zusammensetzt:

2025
Mio. Euro
2024
Mio. Euro
Differenz
Mio. Euro
Differenz
%
Umsatz GF Vertrieb 1.998,3 1.799,9 +198,4 +11,0
Umsatz GF Handel 530,5 742,6 –212,1 –28,6
Umsatz GF Netze 320,1 288,3 +31,8 +11,0
Umsatz GF Erzeugung 82,2 96,3 –14,1 –14,6
Umsatz GF ÖRB 80,4 80,3 +0,1 +0,1
Umsatz sonstige GF 92,4 96,7 –4,3 –4,5
Bestandsveränderung –1,7 –8,9 +7,2 –80,8
Aktivierte Eigenleistung 18,9 16,2 +2,7 +16,6
Summe Gesamtleistung 3.121,0 3.111,3 +9,7 +0,3

Der Materialaufwand sank im Vorjahresvergleich um 46,6 Mio. Euro bzw. 1,8 % auf 2.566,5 Mio. Euro. Da die Gesamtleistung um 0,3 % anstieg, konnte somit ein um 56,4 Mio. Euro höherer Rohertrag erwirtschaftet werden, was in erster Linie das Ergebnis eines effizienten Portfoliomanagements und der Kraftwerksbewirtschaftung war.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 34,6 Mio. Euro stiegen gegenüber dem Vorjahr um 12,3 Mio. Euro und beinhalten u. a. die Erträge aus Rückstellungsauflösungen, die im Berichtsjahr um 14,3 Mio. Euro höher ausfielen. Gegenläufig sanken die Erträge aus Schadensersatz um 2,2 Mio. Euro.

Im ENTEGA-Konzern belaufen sich die Personalaufwendungen des Geschäftsjahres 2025 auf insgesamt 233,3 Mio. Euro, was einen Anstieg zum Vorjahr von 11,5 Mio. Euro bzw. 5,2 % darstellt. Während sich die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl inklusive Auszubildender von 2.370 auf 2.458 erhöhte, ist diese Zunahme auch das Ergebnis aus der Tarifentwicklung. Gegenläufig machte sich die Entwicklung der Zinssätze zur Abzinsung von Pensionsrückstellungen bemerkbar, was den Anstieg der Personalaufwendungen etwas dämpfte.

Die planmäßigen Abschreibungen des Geschäftsjahres 2025 lagen um 4,6 Mio. Euro über dem Niveau des Vorjahres, was auch Ergebnis des fortgesetzt hohen Investitionsniveaus ist. Hinzu kommen im Berichtsjahr 1,0 Mio. Euro außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind 2025 mit 137,7 Mio. Euro um 12,8 % höher ausgefallen als im Vorjahr. Die Aufwendungen für die Bildung von Wertberichtigungen stiegen im Vorjahresvergleich an, während die sonstigen betrieblichen Erträge aus der Auflösung derselben rückläufig ausfielen. Die Aufwendungen für Risikovorsorge nahmen im Berichtsjahr wieder zu, nachdem sie im Vorjahr gesunken waren. Die Maßnahmen zur Kundengewinnung legten im Geschäftsfeld Vertrieb als Folge des gestiegenen Wettbewerbs zu. Der Anstieg im Mietaufwand ist in Verbindung zu der Entwicklung der IT-Leistungen zu sehen, da hier vor allem die Softwaremiete betroffen war.

Die Entwicklung des Beteiligungsergebnisses ist vor allem von den im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegenen Aufwendungen für Abschreibungen auf Beteiligungen und Ausleihungen im Wesentlichen im Bereich der regenerativen Energieerzeugung geprägt.

Das EBIT als zentraler Leistungsindikator liegt im Geschäftsjahr 2025 bei 121,7 Mio. Euro und damit um 6,8 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Dies liegt zum größten Teil im deutlich gestiegenen Rohertrag begründet, hinzu kommen die höheren sonstigen betrieblichen Erträge. Dem stehen neben gestiegenen Personalaufwendungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen vor allem Sondereffekte aus der Bewertung der Finanzanlagen gegenüber. Der für 2025 geplante Wert dieser Kennzahl wird um 6,4 Mio. Euro überschritten. Diese Überschreitung ist im Wesentlichen auf einen höheren Rohertrag vor allem aus der Portfolio- und Kraftwerksbewirtschaftung sowie auf Rückstellungsauflösungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen zurückzuführen. Dies überkompensiert gegenläufige Effekte aus den Abschreibungen auf Finanzanlagen, dem höheren Niveau der Personalaufwendungen sowie der Risikovorsorge in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Der Konzerngewinn entspricht mit 46,4 Mio. Euro annähernd dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum geplanten Wert fällt dieser finanzielle Leistungsindikator um 2,8 Mio. Euro höher aus. Neben den auf das EBIT wirkenden Effekten macht sich im Planvergleich ein höherer Steueraufwand aufgrund des Bewertungseffekts in den latenten Steuern bemerkbar, was durch ein besseres Zinsergebnis nur teilweise ausgeglichen wurde.

Ausblick

Die Bundesregierung erwartet laut Jahreswirtschaftsbericht 2026 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz für die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr eine konjunkturelle Erholung und ein stärkeres Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 1,0 % aufgrund einer stärkeren Binnennachfrage – insbesondere durch steigende private und öffentliche Konsumausgaben sowie höhere Investitionen. Belastet wird die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin von strukturellen Herausforderungen und geopolitischen Unsicherheiten.

Die nachfolgenden Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung des ENTEGA-Konzerns sowie der ENTEGA AG stehen unter der Prämisse, dass es zu keiner erneuten Verknappung der Rohstofflieferungen nach Europa beispielsweise durch die Kriege in Iran und der Ukraine kommt. Doch auch in diesem Fall steht die gesamte Branche vor erheblichen Herausforderungen aufgrund der weiterhin volatilen Energiebeschaffungspreise. Langfristig wird damit gerechnet, dass die gemäß Klimaschutzgesetz verbindlichen nationalen Klimaziele angestrebt und entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden. Insbesondere beinhaltet der Ausblick die Prämissen, dass sich der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Sektorenkopplung fortsetzen werden. Zudem ist davon auszugehen, dass Haushalte und Unternehmen im Jahr 2026 weiterhin sehr bewusst mit ihrem Energieverbrauch umgehen werden.

Im Geschäftsfeld Erzeugung werden im Jahr 2026 der Ausbau der erneuerbaren Energien, die dezentrale Energieerzeugung und -speicherung sowie dezentrale Energielösungen weiter vorangetrieben. In diesem Zusammenhang werden die regenerativen Geschäftsaktivitäten weiterhin durch die Entwicklung vielversprechender Wind-Onshore- und Photovoltaikstandorte erweitert und der Ausbauplan wird im Rahmen einer langfristig wirkenden Erzeugungsstrategie fortgeschrieben werden, die neben der Stromerzeugung auch Speicherlösungen als Flexibilitätsoptionen enthalten wird.

In den Geschäftsfeldern Vertrieb und Handel wird die Dekarbonisierung neben der Digitalisierung und der flexiblen Energieversorgung der maßgebliche Megatrend sein, der die Stoßrichtung für zukünftige Entscheidungen und Strategien setzen wird. Der Fokus in Energiebeschaffung und Vertrieb liegt auch in Zukunft auf grünen Energieprodukten und nachhaltigen Lösungen.

Das Geschäftsfeld Netze wird den eingeschlagenen Weg zur Transformation des Strom- und Gasverteilungsnetzes konsequent fortführen. Im Geschäftsjahr 2026 beginnt in der Sparte Gas das Festlegungsverfahren für die Erlösobergrenzen der 5. Regulierungsperiode (2028 bis 2032). Darin werden erstmalig die neu geschaffenen Regelungen der Bundesnetzagentur angewendet. Im Hinblick auf den zukünftigen Zufluss von Liquidität für die Finanzierung der umfangreichen Investitionen und operativen Aufgaben sind neben den Erlösobergrenzenbescheiden die Einzelfestlegungen für den Eigenkapital- und Fremdkapitalzinssatz in der erstmalig angewendeten WACC-Systematik von herausragender Bedeutung.

Darüber hinaus wird in 2026 die von der BNetzA noch im Jahr 2025 unter dem Stichwort AgNes gestartete Neuausrichtung der Netzentgeltsystematik sowie das Festlegungsverfahren zur Erweiterung der Qualitätsregulierung um das Element der Energiewendekompetenz aktiv begleitet.

Im Geschäftsfeld öffentlich-rechtliche Betriebsführung wird das MHKW Darmstadt derzeit noch bis zum Jahr 2028 umgebaut und modernisiert.

In der Wasserversorgung werden neben den kontinuierlichen Investitionen in den Substanzerhalt des bestehenden Wassernetzes die Anpassungen und Verstärkungen der Anlagen im Rahmen des Wasserversorgungskonzepts 2040 fortgesetzt.

Bei der ENTEGA Abwasserreinigung GmbH & Co. KG ist die Beauftragung eines Ingenieurbüros zur Planung zum Bau einer vierten Reinigungsstufe mit Beteiligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt erfolgt. Die anschließende Errichtung wird mit erheblichen Zusatzkosten und einem stark steigenden Energiebedarf.

Die Konzernplanung geht für das Geschäftsjahr 2026 von Investitionen in Höhe von 297,9 Mio. Euro aus. Verglichen mit den Investitionen des Jahres 2025 in Höhe von 206,8 Mio. Euro ist also eine Ausweitung der Aktivitäten geplant. Die Schwerpunkte der Investitionen werden weiterhin die Versorgungsnetze für Strom, Gas, Wasser, Wärme und Telekommunikation sowie die regenerative Energieerzeugung sein. Die Konzernumsatzerlöse werden sich im Geschäftsjahr 2026 voraussichtlich auf 2.795,6 Mio. Euro belaufen unter der Annahme, dass die Witterungslage dem langjährigen Mittelwert entspricht und sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie in diesem Abschnitt beschrieben entwickeln. Unter dieser Prämisse wird das EBIT im Jahr 2026 mit 119,7 Mio. Euro leicht niedriger ausfallen als im Jahr 2025. Der Konzerngewinn soll annahmegemäß bei 41,3 Mio. Euro liegen.